Eines der größten nicht gelösten Probleme der Welt ist die Unterernährung, insbesondere der sogenannte “Hidden Hunger”, bei dem ein Mikronährstoffmangel zu Unterentwicklung oder Mangelerscheinungen führt, ausgelöst durch die finanzielle Notlage und einseitige Ernährung. Von 2014 bis 2017 ist der Bevölkerungsanteil mit unsicherem Nahrungsmittelzugang in Afrika von 22,3 % auf 29,8 % gestiegen [FAO, 2017]. Insbesondere der angestiegene Fleischexport europäischer Betriebe in afrikanischen Länder, erhöht den Druck auf die dort heimischen Bauern, deren Fleisch nur zu den doppelten Kosten gezüchtet werden kann. Die abfallende Nachfrage von afrikanischen Fleisch schwächt die heimische Volkswirtschaft und verringert die Erwerbsmöglichkeiten der Bauern.

 


 

Unsere Lösung

Insectus fördert und initiiert den Bau von Insektenfarmen. Im Zuge dessen wird die dort gezüchtete Schwarze Soldatenfliege (BSF: Black Soldier Fly) mit biologischen Lebensmittelresten, wie Gemüse und Obst von Märkten, genährt. Damit wird eine Kreislaufwirtschaft hergestellt, welche aus den kostenfreien Resten der heimischen Märkte, kostbare Insektenlarven der Schwarzen Soldatenfliege erzeugt. Die Larven dienen als Protein- und Mikronährstoffquelle und können für die Viehzucht von Hühnern genutzt werden. Das Know-how für den Bau und Betrieb von Insektenfarmen erlangen wir neben Ernährungsstudien der Schwarzen Soldatenfliege [Eawag ; 2017], auch durch unsere eigenen Erfahrungen selbst betriebener Farmbauten. Für die Implementierung der Insektenfarmen reisen Mitglieder des Insectus-Teams in die Zielländer und bauen dort mit den Entrepreneuren die Farm nach einer selbst konzipierten Anleitung auf. Zugleich schulen sie die zukünftigen Insektenfarmer und stehen ihnen anschließend als Ansprechpartner zur Verfügung.

Der Bau und Betrieb von Insektenfarmen
– schafft Arbeitsplätze & verbessert damit die Lebenssituation der Einheimischen
– macht die Länder, insbesondere Bauern, unabhängiger von Sojaimporten
– schafft eine Kreislaufwirtschaft und schützt das Klima durch kurze Transportwege

Kennzahlen
– eine Farm mit einer Fläche von 35 m² und einem Farmer kann 9 Tonnen organische Nahrung pro Woche umsetzen
– Die Umsetzungsrate Output (Larven)/ Input (Gemüse+Obst) liegt bei 13 %
– Demnach können aus 9 Tonnen Nahrung mehr als eine Tonne Larven pro Woche gezüchtet werden

 



Status der Projekte

Togo

Seit März 2019 steht eine unserer Insektenfarmen in Lomé, der Hauptstadt Togos.

Die Infrastruktur der Stadt bietet mit vielen Märkten, auf denen täglich nicht alle Waren (Früchte/Gemüse) verkauft werden können, ideale Nahrungsquellen für die Schwarze Soldatenfliege. Unsere Projektpartnerin ist eine afrikanische Entrepreneurin namens Catherine. Wir waren von Anfang März bis Ende Mai mit sechs Projektmitgliedern vor Ort, um die Farm aufzubauen und Catherine in den Zuchtprozess einzuweisen. Mehr zu unserer Zeit in Togo sowie Bilder der Farm findest du in unseren Blogbeiträgen oder auf unseren Social Media Kanälen. Mehr dazu findest du hier:  Blogbeiträge zu Togo

Uganda

In Kooperation mit der Stiftung „Klima schützen Kinder leben“ errichteten wir im September 2019 eine weitere Insektenfarm in Hoima, Uganda. Sie steht dort auf dem Land unseres Projektpartners. Der Landwirt Aloysius interessiert sich vor allem für die Verwendung der schwarzen Soldatenfliege für landwirtschaftliche Zwecke. So freut er sich darüber, dass übrig gebliebener Biomüll durch die Insekten entsorgt wird.